Theres und Georg Glitz-Ehringhausen
 

Interview

Theres und Georg Glitz-Ehringhausen, Inhaber der Brennerei Ehringhausen in Werne

 

Als wir 2012 den Entschluss gefasst haben, zusammen die Brennerei weiterzuführen, haben wir zunächst ein Konzept überlegt: Was ist unser Weg? Wen wollen wir erreichen? Wohin wollen wir? Diese Überlegungen sind in unseren „Acht Ansprüchen an uns selbst“ zusammengefasst. In ihnen liest man, dass uns eine ganzheitliche Betrachtung sehr wichtig ist, in dem nicht nur die Qualität des Produkts im Fokus steht, sondern der gesamte energetische Weg des  Entstehungsprozesses. Den Korn stark zu veredeln, in bester, reinster Form Aromen aus der Natur zu binden, dabei natürlich nachhaltig und bio-zertifiziert zu produzieren.

Die Destillen der Brennerei werden dabei über einen Dampferzeuger beheizt, der die Abwärme der hofeigenen Biogasanlage in thermische Energie umwandelt. Wir können somit auf den Einsatz von fossilen Energieträgern verzichten.

Mit Leidenschaft wollen wir zeigen, dass Korn eine sehr vielseitige und wandelbare Spirituose ist. Wir verstehen uns wie diejenigen, die hochwertige, regionale Produkte anbieten. Unsere Spirituosen werden in kleinen limitierten Auflagen hergestellt. Der Entstehungsprozess ist oft sehr aufwendig und erfordert sehr viel Handarbeit. Für unsere Kornbrände, Geiste und Liköre setzen wir dazu ausschließlich bio-zertifizierte Zutaten ein.

Für diesen Weg braucht man Geduld und Ausdauer, da geht es nicht um schnelles Wachstum, sondern um Ehrlichkeit, Authentizität und Genuss in reinster Form.

Unsere eigene Naturverbundenheit drückt sich darin aus, die Aromen aus der Natur einzufangen. Wenn man die Flasche aufmacht, soll man den Duft von Zitronen, Haselnüssen und vielen anderen Botanicals auch direkt in der Nase haben und entsprechende Assoziation im Kopf entwickeln.

Da sehen die Besucher*innen, wie viel Knowhow, Leidenschaft, Kreativität und Naturverbundenheit in unseren Produkten stecken.

Für die Herstellung qualitativ, hochwertiger Brände braucht man neben guten Zutaten viel Zeit. Denn bis z.B. ein Fass reif ist und das Destillat darin ein schönes Aroma entwickelt hat, vergehen mindestens drei bis vier Jahre. Über Brennereiführungen kann man die Geschichte dahinter am besten erzählen. Da sehen die Besucher*innen, wie viel Knowhow, Leidenschaft, Kreativität und Naturverbundenheit in unseren Produkten stecken.

Vielleicht haben wir in der richtigen Zeit angefangen, denn viele Menschen leben bewusster, achten darauf, was sie zu sich nehmen,  es wird immer weniger Alkohol getrunken und der Genuss –auch bei Spirituosen – hat wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Wenn die Menschen sich was gönnen, dann etwas Hochwertiges, Feines. Genau diesen Nischenmarkt bedienen wir über den Fachhandel. Dazu müssen wir natürlich in erster Linie durch Qualität überzeugen.

 

 
 

InfoBox

Theres und Georg Glitz-Ehringhausen, Inhaber der Brennerei Ehringhausen in Werne

 
  • Brennerei Ehringhausen

    Inzwischen in dritter Generation übernahmen die Geschwister Georg und Theres Glitz-Ehringhausen die Brennerei der Eltern und führen diese unter dem Dreiklang ‚Leidenschaft, Kreativität und Naturverbundenheit‘ fort. Altbewährte Tradition und innovative Moderne treffen in der Brennerei Ehringhausen aufeinander. Leidenschaft, Korn als vielseitiges Produkt, Reflexivität, hohe Qualität, kreative Geschmacksrichtungen, umweltfreundliche Verpackung, rein ökologisch angebaute Rohstoffe und nachhaltige Produktion – das sind zentrale Stichworte, die die Philosophie und Arbeit der Geschwister Glitz-Ehringhausen zusammenfassen. Diese Philosophie wird als ‚8 Ansprüche an uns selbst‘ von Georg und Theres Glitz-Ehringhausen formuliert.

  • Nachhaltiger Konsum

    Nachhaltiger Konsum beinhaltet eine nachhaltige Lebensweise und damit eingeschlossen ein nachhaltiges Verbraucherverhalten, sodass Umwelt- aber auch soziale Aspekte beim Kauf und bei der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen Berücksichtigung finden.

    Es ist wichtig zu erkennen, dass sich nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion gegenseitig bedingen und einander bewirken. Nachhaltigkeit sollte nicht nur für Verbraucher*innen ein Qualitätsmerkmal sein, sondern auch die Wirtschaft in Deutschland sollte Nachhaltigkeit selbstverständlich als Leitidee integrieren. Es geht darum, wie und was konsumiert wird.

    Mehr zum Thema nachhaltiger Konsum:

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

    Rat für Nachhaltige Entwicklung

    Utopia stellt diesbezüglich „Die 10 ultimativen Produkte für nachhaltigen Konsum“ zusammen, u.a. regionale Lebensmittel.

    PS: Nachhaltiger Konsum ist übrigens ein eigenständig formuliertes, globales Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und zwar SDG Nummer 12 „verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“.

  • Kreislaufwirtschaft

    Kreislaufwirtschaft, wie der Begriff bereits impliziert, bedeutet, volks- und betriebswirtschaftliche Produktionsprozesse möglichst in Form von geschlossenen Kreisläufen zu organisieren, um einen sparsamen Umgang v.a. mit knappen Ressourcen und ihre wirksame Nutzung zu erzielen. Abfallvermeidung soll dabei durch Wiederverwendung und Reparatur erreicht werden, d.h., dass Recycling eine Schlüsselfunktion bei der Erreichung der Kreislaufwirtschaft einnimmt. Allerdings ist das derzeit vorherrschende Prinzip der industriellen Produktion eine Linear- bzw. eine Wegwerfwirtschaft – ein Großteil der eingesetzten Rohstoffe wird nach ihrer jeweiligen Nutzungsdauer deponiert oder verbrannt.

    Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Das Lexikon der Wirtschaft ‚Kreislaufwirtschaft‘

    Naturschutzbund (NABU): Kreislaufwirtschaft

    Kreislaufwirtschaft ist auch ein regionales Kompetenzfeld und Handlungsansatz der regionalen Entwicklungsstrategie des Kreises Unna.

  • Vertiefungsstudie: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2016

    Diese Studie „Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2016. Vertiefungsstudie: Sozial-ökologischer Wandel – Anschlussfähigkeit und Engagement-Potenziale“ wurde 2018 veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass ganz unterschiedliche Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel bei Menschen auftreten. „Während eine unspezifische, sozial-normativ geprägte und eher diffus bleibende Veränderungsbereitschaft für mehr Nachhaltigkeit sehr stark verbreitet ist (bei bis zu 90 Prozent der repräsentativ Befragten), ist die Suche nach Alternativen zum Wirtschaftswachstum, die Akzeptanz einer die Märkte in Richtung Nachhaltigkeit lenkenden Politik und der Wunsch nach mehr Zeit-Wohlstand bei einer guten Mehrheit anzutreffen (d.h. insgesamt bei über 50 Prozent)“ (S. 11). Beispielsweise weisen 28% der Befragten das Engagement-Muster „individuell-ethisches Handeln im Alltag“ auf. Diese Personen orientieren sich in ihrem Alltagshandeln bewusst an ethischen Prinzipien, sodass diese z.B. nur Produkte kaufen, die klimaschonend und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden.

    Kurzbeschreibung der Studie (S. 4):

    „Ziel der vorliegenden Vertiefungsstudie ist es, das Konzept des sozial-ökologischen Wandels in Bezug auf Attraktivität und Anschlussfähigkeit im Alltag der Menschen zu untersuchen sowie ihre Engagement-Bereitschaft für Ziele und Aktivitäten einer nachhaltigen Entwicklung zu erheben. Mittels eines breiten und offenen empirischen Zugangs, der eine qualitative Vorstudie (Fokusgruppen und Moderierte Research Online Community) sowie die Repräsentativbefragung der Umweltbewusstseinsstudie umfasste, wurden wahrgenommene Veränderungen, mögliche Lösungsräume und Veränderungswege sowie Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel erhoben. Die Ergebnisse deuten zunächst darauf hin, dass das Konzept des sozial-ökologischen Wandels im alltäglichen Denken und Handeln zwar wenig bis gar nicht präsent ist. In der Auseinandersetzung mit konkreten Ideen und Vorschlägen für eine nachhaltige Umgestaltung von Produktion, Konsum und Alltagsverhalten zeigt sich aber, dass diese eine durchaus breite Resonanz zu erzeugen vermögen. Im Hinblick auf die Bereitschaft, sich im Sinne eines sozial-ökologischen Wandels zu engagieren, konnten acht Handlungsmuster identifiziert werden. Die empirisch beobachteten Engagement-Muster reichen vom Eintreten für spezifische Werte über individuelles Konsumhandeln bis zum Engagement in Gruppen und Organisationen oder der Beteiligung an Kampagnen. Die statistischen Zusammenhänge zeigen, dass das Engagement für soziale und ökologische Ziele oft gemeinsam auftritt. Zudem räumen die Befragten ökologischen und sozialen Herausforderungen eine gleichermaßen bis ähnlich hohe Priorität ein. An anderer Stelle zeigten sich zwischen ökologischen und sozialen Herausforderungen allerdings auch Konfliktpotenziale und Dilemmata, etwa wenn es um Alternativen zum vorherrschenden Konzept des Wirtschaftswachstums oder die ungleiche Belastung durch Umweltfaktoren wie Lärm oder Luftverschmutzung geht.“

    Download-Möglichkeit der Studie
 

 

Fotos

Die Brennerei Ehringhausen in Werne